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Der Igel
Ein ganzjähriges Thema zwar - aber im Herbst/Winter immer Top-Aktuell!
Vorsicht! Nicht jeder Igel braucht Hilfe, aber jede Hilfe muss sachgemäß sein!
Jeden Herbst melden sich Menschen bei uns im Tierschutz, die einen Igel gefunden haben, dem sie gerne helfen möchten. Nicht selten handelt es sich um Igel, die gar keine Hilfe brauchen. Wir möchten daher genau aufklären, wann ein Igel wirklich Hilfe braucht und unsere Haltung zum Thema Igelpflege darstellen.
Wir helfen, aber nur in besonderen Notfällen, denn:
- Igel sind Wildtiere und gehören nach draussen
- das Einsperren ist für den Igel großer Stress
- der Erfolg, d. h. ein Überleben des Winters und ein selbständiges Überleben in der folgenden Saison ist keinesfalls sicher
- unsere Bemühungen, einzelne Igel zu retten, leisten keinen Beitrag zur Gesamtpopulation an Igeln
- es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass alle Igel überleben
- eine nachteilige Eigenschaft eines Individuums, wie z.B. die Jungen zu spät im Jahr zu gebären, sollte eigentlich nicht durch unser Eingreifen "künstlich" in die nächste Generation getragen werden
- vor dem 1. November ist die Aufnahme von Igeln gesetzlich nicht erlaubt
- und nicht zuletzt: die Pflege eines Igels ist aufwendig, stinkt und macht viel Arbeit
Wichtige Informationen um Notfälle vom Normalfall unterscheiden zu können:
- Igelmütter bekommen ihre Jungen erst im August/September. Kleine Igelkinder im Herbst sind also völlig normal
- Igelkinder sind ab einem Alter von 6 Wochen und einem Gewicht von ca. 130 g selbständig und kommen ohne die Betreuung ihrer Mutter zurecht. Sie sind nicht verwaist!
- solange der Boden nicht gefroren ist, finden Igel draussen genug Futter
- Igel können in der Woche bis zu 100 Gramm!! zunehmen.
- mit einem Gewicht von 500-600 Gramm (sollte bis + November erreicht werden) kann ein Igel selbständig überwintern
Finden Sie im Herbst einen kleinen Igel in Ihrem Garten, wird am besten so geholfen:
- ist der Igel unterkühlt, muss er vorsichtig aufgewärmt werden (unterkühlte Tiere dürfen nicht gefüttert werden!)
- Parasiten so gut wie möglich entfernen (Zecken, Maden abzupfen, Flöhe mit Flohpuder behandeln). Ggf. den Tierarzt fragen oder den Tierarzt um Hilfe bitten, denn diese Hilfe muss fachgerecht durchgeführt werden
- dem Igel im Garten einen geeigneten Unterschlupf bieten
- den Igel mit Katzenfutter (Nassfutter ohne Gelee oder Soße) regelmäßig zufüttern, damit er schnell zunehmen kann Igel sind reviertreu und es ist normalerweise nicht notwendig, so einen Igel im eigenen Garten einzufangen oder in Pflege zu geben.
Echte Notfälle
Zwar ist der Igelpopulation durch unsere mühsame Pflege nicht wirklich geholfen (Gründe siehe ganz oben), aber wer bringt es schon übers Herz, ein ausgekühltes Igelkind oder einen geschwächten Igel einfach draussen liegen zu lassen? Uns geht es genauso, also helfen wir in Ausnahmefällen.
Folgende Notfälle werden von uns aufgenommen:
- Igel, die nach Einbruch des Winters (gefrorener Boden, Temperaturen regelmäßig unter 0 Grad) noch unter 500 Gramm wiegen
- Igel die nach Wintereinbruch tagsüber herumirrend oder völlig apathisch aufgefunden werden
- Igelkinder, die Mitte/Ende Oktober noch unter 200 Gramm wiegen (die das erforderliche Winterschlaf-Gewicht von 600 g also voraussichtlich keinesfalls mehr erreichen können). Diese Entscheidung ist witterungsabhängig.
- Igelkinder/Igelsäuglinge unter 120 Gramm, die tagsüber außerhalb des Nestes herumliegen oder krabbeln. Sie sind vermutlich tatsächlich verwaist.
- kranke Igel (Husten, Keuchen, völlig abgemagert, massiver Parasitenbefall, Verletzungen)
- unterkühlte Igel, deren Lebensgeister durch Aufwärmen und Füttern nicht wieder vollständig geweckt werden können
Solche Igel brauchen wirklich Hilfe und werden von uns aufgenommen. Bitte melden Sie sich bei Fr. Büchler, Tel 08801/1045 oder unter der Nummer des Tierschutzvereins 08856/1549. Sollte kurzfristig niemand erreichbar sein, bitte den Igel vorläufig in einen Karton mit Zeitungspapier setzen und zimmerwarm stellen.
Über eine Spende als kleinen Beitrag zur aufwendigen Pflege "Ihres" Igels würden wir uns sehr freuen.
Die größte und wirksamste Hilfe für die Igel als Gesamtpopulation ist übrigens eine igelfreundliche Umgebung
- "unaufgräumte" Gärten
- verwilderte Bereiche mit Hecken, Büschen, Unterholz
- Laub-, Reisig- und Holzhäufen
- "durchlässige" Gartenzäune mit etwas Bodenabstand
- ggf. kann im späteren Herbst mit der Bereitstellung von Futter der Aufbau eines Fettpolsters erleichtert werden (Nassfutter für Katzen, das allerdings vor dem Zugriff von Katzen gesichert werden muss)
Viele detaillierte Informationen rund um Igel und wie man ihnen helfen kann finden Sie auch im Internet. Stellvertretend stellen wir hier die Seite von Pro-Igel e.V. (mit freundlicher Genehmigung) vor, auf der Sie professionelle Informationen Tipps und Hinweise zu allen Fragen rund um Igel finden
